Mittwoch, 20. Mai 2009

Oh Gott, in Deutschland leben 82 Millionen Terroristen!

Hilfe, ich will weg hier:

Du bist Terrorist from lexela on Vimeo.



Mehr als 82 Millionen! Das bedeutet, dass die Regierung, das Parlament, die Ministerien und die Polizei ebenfalls Terroristen sind! (Aber das wussten wir ja schon immer - schlimm nur, dass die es jetzt von uns glauben wollen!)

Dienstag, 19. Mai 2009

Kunst in Neuhausen - oder war Super Mario da?

Da war ich dann doch etwas baff beim Spaziergang mit Töchterchen durch die Donnersbergerstraße. Plötzlich reckten sich seltsame Röhren vor uns in die Höhe, auf die ich doch gleich den Sucher meiner Kamera richten musste.

Kunst in Neuhausen

Sicherlich grenzwertig, aber eindeutig Kunst. Vielleicht ein Protest gegen den unterbliebenen (oder zu heftig vorangetriebenen) Leitungsausbau? Oder war Super Mario da und hat ein paar Leitungen verlegt. Egal. Super. Es hat gefallen. In dieser Straße gibt es viel zu entdecken...

Montag, 18. Mai 2009

Was soll man von einer Stadt halten...

... die ihre Bürger auf Schritt und Tritt überwachen will und überall Videokameras installiert? Angstattacken sind sogar für Meinungsumschwünge gut: Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich 2000 nach München zog und - nichtsahnend - im Bus mein Handy anschaltete, um eine Adresse herauszusuchen. Der Busfahrer machte ein Riesenspektakel und forderte mich zum Aussteigen auf. Argument: Die Handys störten die Elektronik und die übrigen Fahrgäste.

Neun Jahre später: Ein paar Idioten verdreschen U-Bahnfahrgäste. Jetzt soll es sogar in der U-Bahn möglich sein, mit dem Handy zu telefonieren. Man könnte ja Hilfe rufen, wenn ein retardierter Frustrierter und von aller Zukunft und Berufschance ausgeschlossener Aggressivling auf einen tadelnden Spießbürger eindrischt. Finden die Stadträte. Plötzlich kommt die Elektronik wieder mit der Handystrahlung zurecht.

Seltsam, aber sogar Biertrinken ist in Bussen, U- und Trambahnen neuerdings verboten. Und jetzt kommen wir wieder zum Thema zurück: Kameras wurden in Bussen und Trambahnen installiert. Sogar teilweise mit Bildschirmen.

Was in der Stadt so alles videoüberwacht wird, sah ich neulich am Ostbahnhof:

München überwacht seine Mülltonnen

Dieser Aufkleber befand sich auf folgendem Objekt:

München überwacht seine Mülltonnen

Was soll man von einer Stadt halten, die ihren Müll videoüberwacht?

Donnerstag, 30. April 2009

Kranwald: Schönheit der Trostlosigkeit

Schon krass, was in München alles gebaut wird. Was einen dabei am meisten aufregt ist das Wissen, dass für den Leerstand gebaut wird, denn solang es hier munter kriselt, werden all die schönen Büroräume nicht voll. Oder die Hotels, die in der Arnulfstraße gerade gebaut werden. Wohnraum ist es, der fehlt, aber den will kein Investor anfassen. Hier an der DB-Schneise wird kräftig gebaut, z.B. das unselige Icade Premier soll hier mal stehen:

Sechs Stockwerke hoch: Icade Größenwahn
Ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Konsumgesellschaft, so wie sie jetzt ist, ungeschoren davonkommt und die Büroflächen genutzt werden können. Vielmehr ist das verbranntes Investorengeld. Eigentlich eine Frechheit. Hier ein paar Impressionen von dem, was grad in unserer Nähe verbaut wird:

Deine Bilder und Fotos in einer Slideshow auf MySpace, Knuddels oder deiner Homepage!alle Bilder dieser Slideshow anzeigen

Montag, 27. April 2009

Im Westen nix Neues: Alles Platte, oder was?

Wer meinte, die "Platte" sei ein Relikt der real existierenden Volksbeglückung durch die Einheitspartei gewesen, der hat noch nicht wahrgenommen, dass der Westen noch lange kann, was der Osten schon längst aufgegeben hat: Plattenbauten. Und wer meint, nach dem Zusammenbruch sozialistischen architektonischen Selbstwerts sei die Schönheit am Bau wieder eingezogen, der hat München noch nicht besucht. München hat sich einige Schönheiten der Plattenbauweise reserviert, z.B. zwischen Daglfing und Englschalking. Neulich, beim Vorbeifahren mit der S-Bahn, meinte ein Ex-Bauarbeiter im Gespräch, in München werde "nicht mehr gebaut, sondern gepuzzelt": Fertigbauteile werden zusammengegossen, und basta. Sieht man momentan gerade an der Donnersbergerbrücke. Aber ich würde das nicht Plattenbauweise nennen, sondern Steckerlfischbau.

Mittwoch, 22. April 2009

Weiße Weste

[Folgender Post ist eine Übernahme aus dem inzwischen gelöschten Blog muenchnergsindl.blogspot.com]

Haben Unternehmen Humor? Können sie das, oder ist das nur die Humorsumme aller Mitarbeiter, von der Putzfrau über den Azubi und Facharbeiter bis hin zum Manager und Geschäftsführer? Manchmal verfalle ich bei meinen Spaziergängen durch München solchen Überlegungen, besonders in jenem Fall, als ich neulich zwischen Königsplatz und Odeonsplatz die Brienner entlangschlurfte.
Denn was ich dort sah, erstaunte mich doch sehr: Die Siemens-Zentrale im weißen Gewand!
Siemens Headquarters
Mal ehrlich, selbst Christo hätte das nicht besser hinbekommen. Besonders finde ich, dass die weiße Weste des Hauses einen netten Kontrast zu den schwarzen Kassen bilden könnte. Aber da bin ich auch schon wieder am Ausgangspunkt: Das war bestimmt ernst gemeint!

PS: Mein Kaffee, den ich mir im Literaturkaffee genehmigte, hatte ein weißes Häubchen. Spaziergänge inspirieren ungemein.

Landeshauptstadt München

Was gibt's dazu noch zu sagen? Landeshauptstadt. Laptop und Lederhose. (Fast) jedes Jahr eine Meisterfeier, die langsam quälende Routine ist. BMW. Ude. Backstage. A bisserl zuviel Kultur und Schickimicki. Die Spekulanten fressen sich langsam in bisher unberührte Münchner Biotope hinein (nachdem schon Schwabing, Neuhausen und Haidhausen versaut wurden, gibt's den Generalangriff auf Sendling: Reinmieten, Bude übernehmen, "sanieren", Mieter rausekeln, Anwälte und Ärzte zur Wohnungsbesichtigung einladen. Meine Güte, Haidhausen hat schon eine Kinderhortdichte für Besserverdienende wie der Prenzlauer Berg!). Ja, liebe Leute, ich wünsche München Berliner Verhältnisse! Aber erfreulich, es gibt schon viel Leerstand. Das kann Quadratmeterpreisen um durchschittlich 12 Euro ganz gut tun und für viel Maklergeheul sorgen. Mal ehrlich: Im Boomjahr 2000 war ich in München auf Wohnungssuche. Da begab es sich, dass eine Wohnung in der Theresienstraße zur Besichtigung stand. Nichtsahnend kam ich aus dem U-Bahnschacht ans Tageslicht, da sah ich schon die Interessenten auf der Straße Schlange stehen. Die reihten sich ein, zwanzig Meter auf dem Trottoir, um die Ecke rum noch mal zwanzig Meter, die Treppe hinauf ins Hochparterre, wo der Vermieter Selbstauskunftszettel verteilte. Die Not und die Hoffnung trieb mich zur Massenwohnungsbesichtigung und zur Selbstauskunft. Damals wurden nur solvente Siemens-Mitarbeiter als Mieter genommen. Heute ist das ja Dank der großen Konzerne und deren Personalpolitik nicht mehr so. Jetzt bekommt man hier schon sehr gute Wohnung für Quadratmeterpreise unter 10 Euro. Und Siemens-Mitarbeiter sind nicht mehr so gern gesehene Mieter, weil deren Jobs nicht mehr so lange Halbwertszeiten aufweisen wie der Rest des Arbeitsmarkts.
Aber wollen wir mal nicht so sehr ätzen. München ist schön, die Bayern einsilbig, die MVG funktioniert, wenn es keine Störungen gibt, es gibt Biergärten ohne Maurerbrause von Augustiner (ganz recht, ich find das Zeug widerlich, ich stehe sowieso mehr auf Kellerbier) und man gewöhnt sich mit der Zeit an die unfreundlichsten Autofahrer Europas. München ist schön!